Fahrrinnenanpassung von Unter- und Außenelbe

Die ökonomischen Effekte

Die Verbesserung der derzeitigen Tiefgangsverhältnisse bei tideunabhängiger und tideabhängiger Fahrt um jeweils einen Meter erschließt kurzfristig wirksame wirtschaftliche Vorteile, stärkt aber auch langfristig die Attraktivität des Hafenstandorts Hamburg.

1. Schnelle Erschließung bestehender Kapazitätsreserven

Die Fahrrinnenanpassung orientiert sich an Containerschiffen in einer Größenordnung, die im letzten Jahrzehnt den Containertransport prägte. Diese – wie auch die heute verkehrenden 14.000- bis 21.000-TEU-Schiffe – müssen zur Zeit Leerstände in Kauf nehmen, weil sie in der bestehenden Fahrrinne nicht voll beladen fahren können.

Ein Meter mehr Schiffstiefgang ermöglicht den heute verkehrenden Containerschiffen eine zusätzliche Ladung von ca. 1300  TEU pro Schiff im tideunabhängigen Verkehr. Nach der vorherigen Fahrrinnenanpassung wurden die zusätzlichen Ladungschancen sofort realisiert.

1 Meter mehr Tiefgang bedeutet 1000 TEU mehr

2. Der Hafen nutzt seine Wachstumschancen

Die Globalisierung lässt den Welthandel stetig wachsen. Für Hamburg liegen die größten Wachstumspotenziale wie in der Vergangenheit im Ostasienhandel. Und gerade hier werden die großen Containerschiffe eingesetzt. Die Fahrrinnenanpassung ist also die entscheidende Voraussetzung, um das mögliche Wachstum auch tatsächlich zu realisieren.

Welthandel

3. Wirtschaftlicher Schiffseinsatz möglich

Der Seetransport von Containern ist umso wirtschaftlicher, je mehr Einheiten pro Schiff transportiert werden – je geringer also die Transport-Stückkosten sind. Daher setzen die Reeder auf größere Schiffe.

Ideal ist eine Schiffsgröße, die der vorhandenen Transportnachfrage an wenigen, aber ladungsstarken Hafenstandorten möglichst genau entspricht und somit gut ausgelasteten Transport bei wenig Liegezeit ermöglicht.

In der für Hamburg ausschlaggebenden Ostasienfahrt liegt das wirtschaftliche Optimum derzeit beim Anlaufen von zwei, maximal drei europäischen Häfen durch Großcontainerschiffe.

4. Feste Standortbindung der Reedereien

Reedereien planen ihre Flotten langfristig und mit weltweiter Perspektive. Investitionen in neue Großschiffe lohnen nur, wenn diese auf möglichst vielen Linien mit größtmöglicher Beladung eingesetzt werden können. Als Zielhafen wird ausgewählt, wer das größte Ladungsvolumen anbietet.

Mit der Fahrrinnenanpassung gibt Hamburg den Reedereien verlässliche Planungsgrundlagen für eine langfristige Hafenwahl.

5. Stärkung der Wirtschaftskraft Norddeutschlands

Neben den beiden großen Umschlagsunternehmen HHLA und Eurogate arbeiten im Hamburger Hafen rund 500 Einzelunternehmen.

Hinzu kommen zahlreiche Dienstleister wie Ausrüster, Zertifizierungsbüros, Werbeagenturen, Versicherer, Anwälte etc., die in der Stadt oder dem Umland ansässig sind und wesentliche Anteile ihres Umsatzes im Hafengeschäft erwirtschaften. Ihr Erfolg ist in hohem Maße beschäftigungswirksam.

Ein wettbewerbsfähiger Welthafen ist daher die beste Mittelstands- und Beschäftigungsförderung, die sich denken lässt.

Der ökologische Nutzen

Ausgangspunkt: Die Fahrrinnenanpassung ermöglicht den Verkehr größerer Schiffe mit besserer Auslastung.

1. Entlastung der Straße

Der große Vorteil des Schiffsverkehrs ist die hohe Transportleistung bei geringem Verbrauch von Flächen und Treibstoffen. Ohne Fahrrinnenanpassung müssten die Straßen zwischen Nordsee und Hamburg viel zusätzliche Ladung aufnehmen.

2. Mehr sparsame und saubere Schiffe

Mit der Fahrrinnenanpassung heißt es freie Fahrt für die neueste – klimafreundliche – Großschiffgeneration: mit sparsamem Verbrauch, deutlich reduziertem Schadstoff- und CO2-Ausstoß und einer noch besseren Energiebilanz pro transportiertem Container.

CO2-Ausstoß verschiedener Verkehrsträger

3. Viel neue Transportkapazität durch wenig Aufwand

Die Fahrrinnenanpassung ist eine Investition in ein – bestehendes – Transportsystem mit vorhandenen Schnittstellen zum Umschlag und Weitertransport – sie schafft zusätzliche Kapazitäten ohne neue Trassen, die für ein vergleichbares Transportvolumen auf Straße und Schiene notwendig wären.

Transportvergleich Containerschiff-Zug-Lkw

4. Vermeidung von Landverkehr

Die Fahrrinnenanpassung sichert der Metropolregion Hamburg ihre direkte Verbindung zum Weltmarkt: Waren, die hier verbraucht oder von hier versendet werden, benötigen nur kurze Wege über Land – und das betrifft immerhin 25% des Transportaufkommens.

Loco-Anteil des Hamburger Hafens: 30 Prozent

5. Anschluss an umweltschonende Transportsysteme

Waren, die ins deutsche und europäische Hinterland gelangen oder von dort kommen, nutzen die ausgezeichnete Anbindung Hamburgs an die Transportsysteme Bahn, Binnenschiff und Feederverkehr. Rotterdam und Antwerpen haben diese Stärke nicht.

Hinterlandverbindungen des Hamburger Hafens